Nasenarbeit für den Hund: Futtersuche Indoor & Outdoor

Nasenarbeit für den Hund ist eine feine Sache, gerade für diejenigen Hunde die gerne gefordert und gefördert werden. Deshalb machen wir auch ab und zu mal eine Futtersuche sowohl drinnen wie draußen. Wie wir das machen, möchte ich Euch gerne in diesem Blogpost erklären.

Disclaimer

Ich erkläre Euch wie WIR die Nasenarbeit gemeinsam auf- und ausgebaut haben. Bitte bedenkt, dass ich keine Hundetrainerin bin und jeder Hund ein ganz individuelles Training braucht. Dies ist das Training wie es für uns klappt, was aber nicht bedeutet, dass es für jeden Hund so funktioniert. Nicht jeder Hund lernt gleich schnell. Dennoch hoffe ich Euch mit diesem Blogpost ein wenig Input geben zu können.

Die Nase des Hundes

Wir alle wissen, dass Hunde eine ganz feine Nase haben. Sie riechen viel mehr als wir Menschen. Dies liegt vor allem daran, dass sie auch sehr viel mehr Geruchszellen haben. Außerdem können Hund Gerüche viel besser verarbeiten, denn der dafür vorgesehene Bereich im Gehirn des Hundes ist größer als der im menschlichen Gehirn.

Schnüffeln ist anstrengend

Nasenarbeit ist für Hunde ein richtiges Training und sollte nicht unterschätzt werden. Bei 15 Minuten intensiven riechen steigt die Körpertemperatur des Hundes um ca. 2-3 Grad an. Das ist körperlich sehr anstrengend und kann demnach auch eine tolle Trainingsmethode sein um dem ein oder anderem Hund bei der Gewichtsreduzierung zu helfen. Dennoch sollte das Training nur in Maßen stattfinden und immer ausreichend Wasser bereitstehen.

Das Equipment

Für die Futtersuche nutze ich einen Futterdummy. Dort kommt Futter oder auch Leckereien rein. Am Ende ist das Ziel, dass der versteckte Dummy von Eurer Fellnase gefunden und zu Euch gebracht wird. Weiteres Equipment ist ein Wassernapf mit genügend Wasser.

Wie baut man das Training auf?

Auch wenn die Nasen unserer Hunde hervorragend Arbeit leisten können, so müsst Ihr Eurem Vierbeiner erstmal lernen, was Ihr wollt. Die Nasenarbeit für den Hund muss erst einmal aufgebaut werden. Hier gilt es kleinschrittig zu starten und kleine Erfolge zu feiern und mitzunehmen. Frust ist bei Nasenarbeit (und jedem anderem Training) fehl am Platz und führt nur dazu das es keinen Spaß macht und im schlimmsten Fall negativ verknüpft wird.

Der Start

Füllt das Futter oder die Leckerei in den Dummy. Am besten schaut Euch Euer Hund genau dabei zu, denn er soll verstehen, dass es gleich um diesen Dummy geht und wissen, dass dort etwas Leckeres drin ist. Ich habe ganz oft einen richtigen Hype um den Dummy gemacht, ganz viel “ahhh” und “ohhh” gemacht um Malu ganz heiß darauf zu machen.

Tipp: Am Anfang lohnt es sich noch etwas ganz besonderes unter das Futter zu machen (Würstchen oder Käse) so wird der Hund noch heißer auf den Inhalt des Dummys. Außerdem könnt Ihr Eurem Hund bevor Ihr den Dummy versteckt schon etwas aus dem Dummy geben, damit er weiß, worauf er sich freuen darf.

Dummy Verstecken und Kommando aufbauen

Nun wird der Dummy vor den Augen des Hundes gut sichtbar “versteckt”. Denkt immer daran, der Hund muss das Suchen erst noch erlernen. Überlegt Euch welches Kommando Ihr für die Suche nutzen wollt. Ich sage ganz simpel “Such” und mache eine ausladende Handbewegung. Nach dem Verstecken des Dummys geht Ihr zurück zu Eurem Hund und schickt ihn zum Suchen los. Wenn der Hund den Dummy findet, gibt’s eine Party und das meine ich ernst. Freut Euch und lobt ihn, gern auch überschwänglich, denn genau DAS wolltet Ihr ja von Eurem Hund, dass er den Dummy findet. Zur Belohnung öffnet Ihr nun den Dummy und lasst den Hund einen Happen essen.

Den Dummy in die Hand geben lassen

Dummyarbeit mit Hund

Im nächsten Schritt soll der Hund lernen den Dummy in Eure Hand zu geben und nicht nur daneben stehen. Von Vorteil ist es hier natürlich, wenn Euer Hund schon apportieren kann. Ansonsten gilt es konsequent sein, den die Futter Belohnung aus dem Dummy gibt es nur, wenn der Dummy in Eurer Hand gelandet ist. Ansonsten gibt es die Belohnung nicht. So lernt der Hund gleich, “aha Futter, nur wenn das Ding direkt bei Frauchen/Herrchen in der Hand landet”. Lasst Euch nicht auf Zergelspiele mit dem Dummy ein und rennt schon gar nicht hinter Eurem Hund her, wenn er mit dem Dummy davon läuft. Ich persönlich lege da super viel Wert drauf, weil ich einfach nicht hinter Malu herrennen möchte, um sie dann mit dem davon laufendem Futter zu belohnen.

Schwierigkeit erhöhen

Wenn das Verstecken auf Sicht und die Übergabe in die Hand reibungslos läuft, dann kann der Schwierigkeitsgrad erhöht werden. Jetzt könnt ihr zum Beispiel den Dummy hinter oder unter einem Objekt verstecken, allerdings noch auf Nasenhöhe des Hundes. Wenn auch das gut klappt, könnt ihr dem Dummy etwas höher verstecken, auf die Fensterbank oder ein Regalbrett. Klappt die Erhöhung des Schwierigkeitsgrades nicht, dann geht wieder einen Schritt zurück. Denkt immer daran Frust zu vermeiden!

Schwierigkeit erhöhen: Draußen üben

Draußen ist es echt nochmal eine ganze andere Sache und ich finde auch viel schwieriger. Denn dort sind viel mehr Reize in Form von Gerüchen und Geräuschen. Wenn ihr die Dummy Suche also nun auch draußen machen wollte, denkt wieder dran kleinschrittig zu arbeiten, damit sich auch dort ein Erfolg einstellt. Also: erst auf Sichtweite, dann leichte Verstecke auf Nasenhöhe und dann erst in die Höhe gehen.

Tipp: Wenn Ihr anfangt den Dummy höher zu verstecken, überlegt Euch wie Ihr wollt das Euer Hund reagiert, wenn er diesen findet. Malu darf, solange sie den Dummy gefahrlos erreichen kann, auch mit den Vorderpfoten auf die Fensterbank. Traut sie sich eine Situation aber nicht zu oder liegt der Dummy zu hoch habe ich ihr gelernt davor sitzen zu bleiben und in Richtung Dummy zu blicken. Dann hole ich ihn und belohne sie natürlich, schließlich hat sie ihn gefunden. Achtung aber bei cleveren Hunden: Malu setzt sich manchmal einfach an irgendeine Stelle und schaut hoch, einfach, weil sie mich austricksen will. Da also wieder einen Schritt zurück oder eine Hilfe geben.

Was, wenn Frust aufkommt?

Grundsätzlich sollte jeder Hund ein wenig Frust aushalten können. Gibt er nach einer halben Minuten das Suchen schon auf, dann braucht es mehr Erfolgserlebnisse und die Verstecke müssen einfacher gestaltet werden. Also wieder einen Schritt zurück und kleinschrittiger arbeiten und belohnen.

Auch wenn man sich immer vornimmt, Frust gar nicht erst aufkommen zu lassen, manchmal da kippt die Stimmung schnell. Oder man selbst als Hundehalter war zu ehrgeizig und verbissen. Das ist alles menschlich und darf auch mal vorkommen. Wichtig ist es nun aus der Situation herauszukommen. Ist das Versteck zum Beispiel zu schwierig gewählt dürft Ihr dem Hund helfen, in dem Ihr ihn quasi direkt dorthin führt. Auch hier dürft Ihr den Hund sofort belohnen und dann das Training positiv beenden.

Ein wenig Frust mit anschließender Belohnung steigert übrigens die Frustrationstoleranz. Es ist also ein schmaler Grat zwischen, gerade so noch die Kurve bekommen und die Toleranz steigern oder richtigem Frust.

Trainingseinheit beenden

Ein Training sollte immer positiv beendet werden. Das gilt nicht nur für die Nasenarbeit, sondern für jedes Training mit Eurem Hund. Ihr kennt Euren Hund am besten und solltet immer dann aufhören bevor Frust oder kein Bock mehr aufkommt. Frei nach dem Motto “Wenn’s am schönsten ist, soll man gehen.” Das sorgt dafür, dass sich Eure Fellnase das Spaßgefühl beibehält und sich beim nächsten Mal, wenn Ihr den Dummy hervorholt im besten Fall schon riesig darauf freut. Denn Spaß sollte es auf jeden Fall machen.

Auslastung und Bleib-Übung

Mittlerweile erarbeitet sich Malu ab und zu eine ganze Portion Futter über die Nasenarbeit. Sie hat riesig Spaß daran und macht das auch wirklich toll und fix. Ich finde es ist eine tolle Möglichkeit, um den Hund auszulasten, aber auch um das Kommando “Bleib” zu festigen. Während ich den Dummy drinnen oder draußen verstecken muss sie nämlich im Sitz oder Platz verweile, bis ich sie abhole und zur Suche los schicke.

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