Zughundesport: Canicross

Canicross mit Hund

Canicross – ein gemeinsames Hobby, eine Leidenschaft. Etwas, dass man als Team gemeinsam macht, durchlebt und genießt. Eine Art, sich auszuleben, sich auszulasten. Doch was ist eigentlich Canicross, was sollte man beachten und wie sollte man am besten anfangen, um als Team durchzustarten?

All das werde ich in diesem Blogbeitrag beschreiben und von unseren Erfahrungen berichten. Wir, das sind übrigens Lea und Henry von dem Instagramaccount @henryundlea ! ✨ Henry ist mein fast zwei Jahre alter Mini Aussie, der seit seiner neunten Lebenswoche das Leben von mir und meinem Freund bereichert und uns vor die ein oder andere Aufgabe gestellt hat. 😀 In Canicross haben wir eine perfekte Auslastung für uns beide gefunden und gehen darin gemeinsam total auf! Ich hoffe, ich kann euch hier einige Eindrücke unserer kleinen Welt geben und die Umsicht in dieser tollen Sportart etwas vergrößern. ✨

Was ist eigentlich Canicross

Canicross ist eine Zughundesportart und beschreibt das gemeinsame Laufen mit Hund(en) im Gelände. Es ist aus dem Skijöring und Bikejöring heraus entstanden und gilt als Teamsport für Mensch-Hunde-Teams. Mittlerweile ist Canicross ein anerkannter Sport geworden, der bei verschiedenen Meisterschaften Platz findet. Zudem gibt es in Deutschland verschiedenste Spaß- oder Matschläufe, bei denen auch Anfänger:innen mitmachen können. So findet ganz sicher jedes Mensch-Hund-Team die passende Veranstaltung für sich.

Das richtige Equipment

… ist unabdingbar, um sich und dem Hund die bestmögliche Leistung und eine langfristig körperliche Gesundheit zu bieten. Dazu gehört ein gut sitzendes und angepasstes Zuggeschirr für den Hund sowie eine Leine mit Rückdämpfer, welche am Laufgurt des Menschen befestigt wird. Dieser hat idealerweise Beinschlaufen, damit er nicht verrutscht sowie einen Panikhaken, welcher ermöglicht, die Rückdämpferleine schnell und unkompliziert zu lösen. All dies findet man zum Beispiel im Internet. Es empfiehlt sich jedoch, mal jemanden auf die Ausrüstung schauen zu lassen, der sich damit auskennt, damit auch alles richtig sitzt und jede:r sein Bestes geben kann. Für den Menschen gehören gute Laufschuhe zu den absoluten Must-Haves.

Bei Dunkelheit sollten sowohl Hund als auch Mensch durch Leuchtis oder andere Lampen sichtbar sein. Zur Ausrüstung des Hundes gehört ein schmales Halsband, an dem alle wichtigen Marken befestigt werden können. Da der Hund am Zuggeschirr nicht geführt werden soll, bietet das schmale Halsband eine gute Möglichkeit und stört beim Laufen nicht. Das ermöglicht dem Hund außerdem zu unterscheiden, in welcher Position er ziehen darf, nämlich zum Beispiel nur dann, wenn die Leine am Zuggeschirr befestigt ist oder er dieses trägt. Ohne Zuggeschirr oder sobald die Leine am Halsband befestigt ist, sollte der Hund nicht im Zug laufen.

Der Anfang

Im besten Fall sollten die Hunde bereits ausgewachsen und somit mindestens 1 Jahr alt sein. Doch auch davor kann man bereits das Zuggeschirr positiv verknüpfen, das Line-Out (den Start) üben oder kurze Laufintervalle ohne Zug in die Spaziergänge einbauen. Wenn der Hund die körperliche Reife erreicht hat, empfiehlt es sich, die wichtigsten Kommandos des Canicross zu üben. Dazu gehört bei uns zum Beispiel „go“, „rechts“, „links“, „easy“ oder „Stopp“. Diese Kommandos sorgen im Canicross für eure Sicherheit und sind daher grundlegend für den Start. Im Internet findet man verschiedenste Wege, diese Kommandos aufzubauen. Die richtige Konditionierung der Kommandos hier zu erklären, würde den Rahmen sprengen und auch nicht für jedes Team geeignet sein. Es ist also sinnvoll sich ggf. professionelle Hilfe zurate zu holen und gemeinsam zu starten.

Zu jeder Runde Canicross sollte auch ein Warmup und ein Cooldown des Hundes gehören, da der Hund im Zug extremer körperlicher Belastung ausgesetzt ist. Dabei kann man verschiedene Übungen, gemeinsame Tricks, aber auch ganz alltägliche Bewegungen einbauen. Ein Beispiel für unser Warmup findet ihr auf unserem Instagramaccount und weitaus mehr auf Youtube. Weiterhin ist es wichtig, aufeinander zu achten. Braucht der Hund eine (Trink)Pause, benötigt ihr einen Tempowechsel oder ist jemand von euch nicht 100 %ig fit? Macht eine Pause und zeigt eurem Teammitglied, dass es auf euch zählen kann.

Wieso Ausgleichssport so wichtig ist?

Viele Sportler:innen gehen vollstens im Canicross auf. Das Laufen mit Hund(en) macht unglaublich viel Spaß und daher fängt man an, voll und ganz dafür zu brennen. Was man dabei nicht vergessen sollte? Im Idealfall läuft man im Canicross durch den Zug des Hundes die meiste Zeit im Sprint. Die körperliche Belastung ist also wesentlich höher als beim „normalen“ Joggen. Damit der menschliche Körper diese Belastung aushält, bedarf es eine spezielle Lauftechnik, welche wiederum auf besonderem Training beruht. Neben dem normalen Ausdauerlauf gehören somit Laufintervalle, Laufen auf Höhenmetern, Geschwindigkeitswechsel sowie Kraft- & Koordinationstraining zum Alltag. Nur so kann die Muskulatur der Füße, Waden, Oberschenkel und die des Rumpfes und des Rückens der Belastung standhalten und die Freude am Canicross lange anhalten.

Um alles im Blick zu haben, kann es sehr hilfreich sein, einen Trainingsplan zu erstellen. Dafür gibt es Vorlagen im Internet, Trainer:innen, die speziell Canicrosstraining anbieten oder ihr stellt euch einen eigenen Plan zusammen. Generell solltet ihr euer Training immer individuell an euch und eurem Hund anpassen, um gemeinsam durchstarten zu können.

Fazit

Ganz wichtig ist, dass ihr immer aufeinander achtet und alles in eurem Tempo machen solltet. Ehrgeiz ist toll und Inspiration ganz klasse, das sollte aber nicht zu utopischen Vergleichen mit anderen führen, sondern euch Anregungen für das eigene Training geben. Denn dann kann Canicross eine tolle, bindungsstärkende Art der Auslastung für euch und euren Hund darstellen und aus euch ein verlässliches Mensch-Hund-Team machen, das eine gemeinsame Leidenschaft gefunden hat. 😊

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