Hundefotografie

Hundefotografie Anfang

In meinem vorherigen Blogpost „Die Grundlagen der Hundefotografie“, habe ich Dir bereits einen Einblick in die unterschiedlichen Kameramodi gegeben und erzählt, dass ich mich im Juni 2021 als Tierfotografin selbstständig gemacht habe. In diesem Post möchte ich Dich etwas näher an die eigentliche Hundefotografie und die Aufnahmen von Deinem Hunden heranführen.

Kamera einstellen

Zuerst musst Du die Kamera für die Hundefotografie einstellen. Wie bereits erwähnt, hast Du die unterschiedlichen Modi im letzten Blogpost kennengelernt, wer es sich schon zutraut, startet direkt im manuellen Modus (M).

Verschlusszeit

Außerdem lohnt es sich die Verschlusszeit recht kurz zu wählen, Hunde sitzen selten völlig still. Wir erinnern uns, die Verschlusszeit beschreibt, wie lange das Bild aufgenommen wird. Ich wähle meist eine Verschlusszeit ab 1/600.

Autofokus

Ich fotografiere Hunde so gut wie immer mit dem Autofokus, das bedeutet, dass die Kamera die Fokussierung automatisch macht.

Messfeld

Ist der Autofokus in Betrieb, kannst Du auch unterschiedliche Af-Messfelder wählen. Je nach Kameramodel gibt es die Mehrfeldmessung, Selektivmessung, Sportmessung, Einzelfeldmessung und einige mehr. Ich wähle meist die Mehrfeldmessung oder Spotmessung.

Autofokusbetriebsart

In den Einstellungen der Kamera kannst Du zwischen One Shot oder Al Servo wählen. Für Porträtaufnehmen wählst Du One Sot, bei Bewegungsaufnahmen wählst Du Al Servo.

Tieraugenfokus

Einige Kameras verfügen über das Feature des Tieraugenfokuses, das ist für die Hundefotografie total brillant. Auch meine Canon EOS R6 hat dieses Feature und ich möchte es nicht mehr missen. Es ist absolut genial und lässt sich einfach an der Kamera aktivieren und auch deaktivieren.

Der Start

Perspektive

Jetzt wo die Kamera eingestellt ist, kann es losgehen. Für die Hundefotografie versuchst Du am besten die Kamera auf Augenhöhe Deines Hundes zu bekommen. So wirken die Bilder sehr ausdrucksstark und die Perspektive des Hundes wird widergespiegelt.

Fokuspunkt

Es bietet sich außerdem an, den Fokuspunkt immer auf die Augen zu legen. Das ist natürlich kein Muss, für manche Aufnahmen möchte man auch Schnauze oder Ohren in den Fokus rücken, dann kann man den Fokuspunkt auch bewusst dort platzieren.

Aufmerksamer Blick in die Kamera

Damit Dein Hund aufmerksam in die Kamera schaut, gibt es einige Tipps & Tricks. Zum einen kannst Du ein Leckerli unmittelbar über das Objektiv halten und den Hund damit auch direkt belohnen. Du kannst aber auch ein Quietschie nutzen, Achtung aber, manche Hunde drehen dabei völlig auf und auch für Welpen würde ich ein Quietschie nicht unbedingt empfehlen. Alternativ kann aber auch das Lieblingsspielzeug Deines Hundes, herhalten.

Location Wahl

Eine coole Location macht schon einiges her auf den Bildern. Bevor Du Dich aber in die Stadt für ein Cityshooting wagst, solltest Du schauen, ob Dein Hund da auch so cool mit ist. Aber vielleicht ist das ja mal eine Aktion für einen frühen Sonntagmorgen, wenn ohnehin noch nicht so viel lost ist. Ansonsten bietet die Natur, schön bepflanzte Parks, schicke Gebäude (Rathaus, Oper, Museen etc.) tolle Motive für den Hintergrund. Und was soll ich sagen, über den Charme von Bildern am Strand geht nichts! Bedanke bei ungewohnten Locations aber unbedingt, dass sich manch Hund erst einmal eingewöhnen muss.

Objektive für die Tierfotografie

Die Wahl des Objektivs ist auf jeden Fall auch Budget abhängig. In meinem Blogpost „Mein Kameraequipment“ habe ich bereits alle Objektive vorgestellt, die ich für meine Tierfotografie nutze. Am häufigsten im Einsatz ist, denke ich aber das 70mm-20 mm 2.8 Sigma Sport. Ein Teleobjektiv, das eine klasse Tiefe verleiht und auch bei Actionaufnahmen on point scharf stellt, da der Autofokus absolut genial ist. Für Beginner empfehle ich aber immer das 50mm 1.8 von Canon, das um die 100 € kostet und für den Anfang tolle Aufnahmen macht ohne zu tief ins Budget zu gehen.

Ruhe & Pause

Bei allem Enthusiasmus ist es sehr wichtig, dass Du auf Deinen Hund eingehst und genug Zeit für Ruhe und Pause einräumst. Ist ein Hund gestresst oder hat Angst, dann sieht man das auch auf den Bildern und sie werden ohnehin nicht schön. Deshalb lohnt es sich gleich doppelt Pause einzulegen, denn das Stillsitzen für Porträtaufnahmen gleicht einer Ruheübung, die für ungeübt Hunde erstmal sehr anstrengend ist. Genauso zieht das Ausführen von Kommandos, das aufmerksame in die Kamera Schauen und gehorchen und auch das wilde Flitzen bei Actionaufnahmen sehr viel Kraft. Also gönne Deinem Hund unbedingt Pause. Du kannst die Zeit wunderbar nutzen, um mal einen Blick in die Bilder zu werfen oder für eine kreative Pause.

Belohnung & Spaß

Das Fotografieren ist für Deinen Hund Arbeit, deshalb ist eine Spielerei oder Leckerei ein fairer Lohn für die Arbeit Deines Hundes. Das Shooting soll Euch als Mensch-Hunde Team Spaß und vor allem Freude machen, deshalb gestaltet es Euch so angenehm wie möglich, damit Dein Hund auch immer wieder Freude daran hat vor der Kamera zu stehen.

Und nun hab viel Spaß beim Ausprobieren und lass mich gerne wissen, ob der Artikel hilfreich für Deinen Start in die Hundefotografie war.

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