Ein Pause-Tag im Leben eines (Hüte-) Hundes

Pause im Hundealltag

Wer kennt sie nicht, die ewigen Vorurteile bezüglich der Hütehunde? „Der muss aber den ganzen Tag bewegt werden!“, oder „Die kann man doch gar nicht auslasten.“, oder „Die werden nie müde und brauchen kaum Schlaf.“ Ich lieb’s ja. Malu muss nicht 24/7 rennen und hüten. Mit dem optimalen Maß an Auslastung und Förderung lebt sie als Hütehund ganz gut und bekommt den Schlaf, den sie zur Regeneration braucht. Und weil ich diese Vorteile so ober Banane finde setze ich noch einen obendrauf und Malu, mein Australian Sheperd Mädchen (ohja ein Hütehund) bekommt einen Pause-Tag, denn dieser sorgt für Ruhe in unserem Hundealltag.

Was ist ein Pause-Tag

Als Pause-Tag oder auch Ruhe-Tag bezeichne ich diejenigen Tage in unserem Hundealltag, welche ohne Action, Events und große Anstrengung sind. An Pause-Tagen nehme ich Malu nicht mit ins Café, zum Pferd, zum Sport oder zu Freunden. Das Motto dieser Tage ist Ruhe & Entspannung im Hundealltag. Angefangen habe ich mit dem Pause-Tag bereits im Welpen Alter, da ich wusste, dass Malu eine Kandidatin fürs schnelle hochdrehen ist und Ruhe wirklich von Grund auf lernen muss(te).

Wie oft ein Pause-Tag?

Wie bereits erwähnt, gibt es die Pause-Tage bei uns schon immer, früher gab es sie ziemlich konsequent einmal die Woche. Zur Welpen Zeit hatte ich sogar einen fixen Tag, meist war es der nach der Hundeschule (da war klein Malu nämlich besonders platt). Mittlerweile kenne ich Malu sehr gut und kann auf mein Bauchgefühl trauen. So merke ich, wenn es an der Zeit für einen Tag Ruhe & Entspannung ist. Es gibt also nicht mehr unbedingt einmal die Woche einen Pause-Tag, aber dafür einen nach großen Events und Aktivitäten oder wenn Malu diesen einfordert.

Malu’s Pause-Tag-Routine

Ruhe im Hundealltag

Gleich zu Beginn habe ich erzählt, dass es an Pause-Tagen keine Action gibt. Vor die Tür gehen wir natürlich trotzdem, allein schon, weil Malu sich lösen muss und frische Luft einfach guttut. Allerdings gehen wir keine großen, sondern eher so 3-4 kleine Runden. Ich schaue ehrlich gesagt nie genau auf die Uhr, würde aber sagen, dass die längste dieser Runden 20 Minuten dauert, die anderen Runden sind wirklich nur zum Lösen und Schnüffeln.

Außerdem gibt es an den Ruhe-Tagen Wellness für Malu. Mit Wellness meine ich jene Pflege, die für sie stressfrei ist und unsere Bindung fördert, dazu gehört Krallen schneiden, Pfötchen pflege, Bürsten, massieren und auch intensives Kraulen.

Hast Du einen Hund der Stress mit Bürsten und/oder Krallen schneiden hat, dann lass das an solch einem Tag weg und gehe mit dem intensiven kraulen. Denn, das Motto dieses Tages ist Ruhe & Entspannung im Hundealltag, da ist Stress fehl am Platz.

Auch nutze ich Pause-Tage, um gemeinsam mit Malu zu ruhen. Denn manchmal braucht nicht nur Malu eine Auszeit, sondern auch ich. Ich glaube ja manchmal, da fordert Malu Pause Tage stellvertretend für mich ein. Denkt immer dran, die Hunde sind der Spiegel unserer selbst.

Was ich konkret vermeide

Im Prinzip lasse ich all die Aktivitäten weg, welche Malu’s Aufmerksamkeit fordern. Mein Ziel an diesen Tagen ist es Malu eine komfortable und gewohnter Umgebung, mit ihrem ganz eigenen Rückzugsort zu bieten. Konkrete Aktivitäten, welche ich meide, sind: Cafés und öffentliche Plätze, Sport, den Pferdestall, viele Menschen, groß Besuch und Hundebegegnungen.

Wie verbringe ich den Pause-Tag?

Ich verbringe nicht (immer) den gesamten Pause-Tag mit Malu. Natürlich bin ich da für die kleinen Runden und den Wellness-Teil. Aber dennoch lasse ich sie an den Ruhe-Tagen auch gerne mal allein, da das bei uns stressfrei klappt. So gehe ich gerne mal allein einen Kaffee trinken, mit Freunden Essen oder gönne mir ein Eis. In mir lösen die Pause-Tage eine wohlige Ruhe aus. An diesen Tagen kümmere mich nicht nur um Malu, sondern auch um mich selbst.

Wenn es einfach nicht klappen will?

Wie so oft ist aller Anfang schwer, wenn Du gerade erst den Pause-Tag etablieren möchtest, dann erwarte nicht sofort, dass es klappt. Starte an einem Tag nach großen und anstrengenden Aktivitäten, das erleichtert den Anfang. Manche Hunde müssen Ruhe erst erlernen, deshalb ist es schwer gleich beim erstem Mal zu erwarten, dass der Hund auch völlig entspannt und die Ruhe annimmt. Dann beginne erstmal mit ruhigen Indoor Aktivitäten zur geistigen Auslastung. Vielleicht ein paar Tricks oder Suchspiele? Vermeide es aber unbedingt den Hund aufzudrehen, also keine wilden Spiele, sondern nur ruhiges.

Warum einen Pause-Tag?

Für uns ist es ein absoluter Gewinn, den Pause-Tag so früh im Hundealltag etabliert zu haben. Zu Beginn hat er als Ruhetraining gedient. Mittlerweile ist es für uns ein Tag der Bindungsarbeit und Entschleunigung. Sowohl Malu als auch ich profitieren davon. Außerdem ist es eine enorme Hilfe, für wenn man als HundehalterIn einmal krank ist und einen Tag einfach mal nichts passieren soll/kann, so ist der Hund einen Tag ohne Action bereits gewohnt. Ein weiterer positiver Sideeffect ist, dass Spaziergänge und die Actionzeit an Bedeutung gewinnen.

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10 thoughts on “Ein Pause-Tag im Leben eines (Hüte-) Hundes

  1. Hallo Carla, bei uns ist es ähnlich wie bei Sassika. Auch unser Aussiemädchen ist fast 1 Jahr alt, sieht aus wie Malu und die größte Baustelle war und ist immer noch die Ruhe. Obwohl wir immer schon sehr darauf geachtet und daran gearbeitet haben. Gerade wenn wir unterwegs sind oder im Urlaub ist alles so aufregend und spannend, dass sie nicht mehr zur Ruhe findet und wir sie dann zu ihrem Glück „zwingen“ müssen. Aber ich werde mir ein paar Ideen bei dir abschauen. Vielen lieben Dank dafür. Sandra mit Eldja

    1. Ich freue mich riesig, wenn der Post Dir ein wenige Inspo geben konnte. Urlaube und neue Orte sind natürlich immer aufregend, da hat sich auch meine Malu früher schwer getan.

  2. Max ist ein Sennenhund und neigt schnell zum überdrehen, wir haben auch mindestens 1x in der Woche einen Pausentag und es tut ihm wirklich geht auch wenn es mal Tage gibt wo er es nicht so gut annehmen kann , aber das gehört dazu . @diesabrina0504

  3. Toller Beitrag!💚 Ich habe auch eine Hütehündin. Ja, sie braucht viel Bewegung, aber die braucht meiner Meinung nach jeder Hund, genau wie Ruhe. Oft ist sie sogar entspannter als ich😊

    1. Toller Beitrag!🤍
      Puh dieses Aussie-Cliché, ich liebs🙄
      Ich finde Pausetage auch total wichtig für die Hunde! Luna ist zwar kein Hütehund, aber als Pudelmix auch eine ziemlich aktive Mische und zudem noch ein ziemlich hibbeliger Charakter. Action kann dieser Hund gut und es ist total leicht, sie von 0 auf 100 zu pushen. Aber von 100 auf 0? Für sie total schwer. Wir haben keine festen Ruhetage, aber wenn der eine Tag voller Action war, wird der Tag danach eigentlich immer ruhiger. Meist sind die Wochenenden hoer actionreich und in der Woche heißt es für Luna Ruhe & entspannen.
      Sie wird die Action immer mehr lieben, aber mittlerweile sind wir so weit, dass sie die Ruhetage gut annimmt und so langsam glaube ich auch genießt🙈

      (@lunas.doodle.life)

      1. Eure Lösung dazu klingt ganz wundervoll und ist sicher für den ein oder anderen auch ein toller Input, von dem man sich etwas abgucken kann.
        Super, dass Luna den Pausetag so gut annimmt und auch genießt.

      2. Super Beitrag, gefällt mir sehr gut. Frida ist ein wildes 1 jähriges Aussiemädchen und vergisst schnell, dass sie eigentlich erschöpft ist, dreht dann eher noch weiter hoch. Ganz nach dem Motto ‚ nach müden, kommt blöd‘. Es sind tolle Tipps, vielleicht kann ich sie ein wenig mit in unsere Ruhephasen einbringen. In der Hundeschule haben sie immer gesagt, lerne ihr das Ruhen, Tricks lernt sie schnell genug. In den eigenen vier Wänden legt sie sich mittlerweile ab und ruht. Aber im Garten und woanders ist halt alles total interessant.

        – sassika1900

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